Beachvolleyball: Für sie zählt das richtige Gefühl

Statt mit der Nationalmannschaft im Trainingslager in Italien zu sein, verbringt Jule Mantsch von RE Schwelm ...

Schwelm/Marienheide: Eigentlich hätte Jule Mantsch das aktuelle Oster-Wochenende ganz anders verbracht. Die 15-jährige Volleyballerin von Rote Erde Schwelm wurde vom deutschen Volleyballverband zu Anfang des Jahres nach einem Sichtungslehrgang in die Junioren-Nationalmannschaft der Beachvolleyballerinnen für die erste Woche der Osterferien zum Lehrgang im italienischen Riccione eingeladen. Die Entwicklungen um das Coronavirus machen den Plänen der talentierten Beach-Volleyballerin einen Strich durch die Rechnung.

Nun sitzt Jule enttäuscht im heimischen Elternhaus in Marienhalde (bei Gummersbach) und verbringt die Ostertage mit der Familie. „Wir haben die Familie eingeladen und versuchen, jetzt im ganz kleinen Kreis unter Wahrung der Sicherheitsabstände ein schönes Osterfest zu verbringen“, erklärt Vater Robert Mantsch. Es soll gegrillt und gemeinsam gegessen werden. „Auch, um uns etwas auf andere Gedanken zu bringen“, erklärt der Vater der RE-Volleyballerin.

Enttäuscht und traurig

Das wird auch nötig sein, denn Tochter Jule erklärt: „Ich bin schon extrem enttäuscht und traurig, dass es jetzt mit dem Trainingslager in Italien nicht geklappt hat.“ Es wäre das erste Trainingslager für die junge Volleyballerin mit dem Beach-Team des Deutschen Volleyballverbandes im Ausland gewesen. Zuvor hatte Mantsch schon an zwei Lehrgängen des DVV im Leistungszentrum in Stuttgart teilgenommen.

Trotz der enttäuschenden Entwicklung versucht die 15-Jährige optimistisch zu bleiben: „Trotz der momentanen Einschränkungen versuche ich, so gut es geht im Training zu bleiben. Ich hoffe einfach, dass ich bald wieder Sand unter meinen Füßen spüren kann.“

Und um im Training zu bleiben, haben Vater Robert und Jule sich etwas einfallen lassen: Im heimischen Garten richtete das Gespann einen eigenen kleinen Volleyball-Platz her. „Wir haben das Netz auf die richtige Höhe gestellt, damit Jule das Gefühl für den Angriff nicht verliert. Zwar ist der Platz nicht ganz genau so groß wie ein richtiges Volleyball-Feld, aber immerhin bleibt sie dann ein bisschen im Training“, erklärt Robert Mantsch, der früher selbst in der 2. Volleyball-Bundesliga aktiv war und seine Tochter jetzt auch als Trainer unterstützt.

Die „Gratwanderung“, wie er selbst sagt, „zwischen Vater und Trainer ist dabei nicht immer ganz einfach“, gesteht er ein. „Klar gibt es da auch mal ein direkteres Wort zwischen uns, aber das ist ganz normal und dann auch schnell wieder gegessen. Im Großen und Ganzen bekommen wir den Spagat ganz gut hin“, so Vater Mantsch. „Finde ich auch“, pflichtet Tochter Jule bei. „Ich nehme das gerne an, was mein Vater mir sagt und fordere auch ein, ein ordentliches Training zu haben.“

Neben den Einheiten im heimischen Garten trainiert die Junioren-Beachvolleyball-Nationalspielerin derzeit auch in einem Kraftraum bei einem befreundeten Fitnesstrainer im Heimatort Marienheide. Viermal in der Woche ist die Spielerin der TG RE Schwelm dort, um sich für die kommenden Aufgaben fit zu halten. „Wir sprechen uns dann immer ab, damit man auch alleine im Kraftraum ist. Das ist zwar schon eine komische Situation, aber ich weiß, dass ich mich irgendwie fit halten muss“, erklärt die 15-Jährige.

Beachvolleyballplatz nicht nutzbar

Zwar gibt es in Marienheide auch einen Beachvolleyballplatz, auf dem das Vater-Tochter-Gespann gerne trainiert hätte, jedoch versagte die Gemeinde die Nutzung während der Corona-Zeit. „Ich habe angefragt, ob wir den Platz zu zweit zum Training nutzen dürfen, jedoch war das leider nicht möglich. Dafür haben wir in der aktuellen Situation natürlich Verständnis. Zu Glück haben wir im Garten die Möglichkeit, wenn auch eingeschränkt, unter Volleyball-Bedingungen zu trainieren“, erklärt Vater Robert.

Am meisten vermisst die 15-Jährige derweil die sozialen Kontakte, die es in den vergangenen Jahren stets auf den Turnieren gab. „Ohne Beachvolleyball ist es für mich in der momentanen Situation sehr, sehr schwierig. ich vermisse die Turniere und all die Leute, die man dort trifft. Aber das geht allen so, da müssen wir jetzt einfach durch. Ich freue mich einfach, wenn alles wieder normal wird und es mit der Saison weitergehen kann“, gibt sich die talentierte Beachvolleyballerin optimistisch im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf.

Wie es nach der wohl stark verkürzten Beachvolleyball-Saison in der Halle weiter gehen wird, steht indes noch nicht fest. Mit der RE-Damen-Mannschaft stieg Mantsch kürzlich in die Landesliga auf. Die guten Leistungen der Nachwuchsspielerin sind mittlerweile auch Vereinen in höheren Ligen aufgefallen. „Der TV Hörde hat angefragt, ob Jule, wenn es wieder losgehen kann, mal beim Training vorbei schauen möchte. Hörde spielt in der dritten Liga, das wäre schon ein Leistungssprung“, verrät Robert Mantsch. „Wir werden das jetzt in Ruhe besprechen und dann schauen, wie sich die Situation weiterentwickelt.“

Bis es zu einer endgültigen Entscheidung über die Zukunft der talentierten Volleyballerin kommt, wird Jule jedoch noch einige Einheiten im Kraftraum und auf dem Platz im heimischen Garten absolvieren müssen. Und eins ist sicher: Wohin der Weg auch gehen mag – die Unterstützung ihres Vaters ist dem Teenager gewiss.


Bericht: Joel Klaas (Funke Mediengruppe)/11.04.2020

 

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