Presse: Volleyball-Talent Jule Mantsch im Fokus!

Duwe: „Wir setzen Jule nicht unter Druck“

Jule Mantsch beim Aufschlag mit ihrer Vereinspartnerin Britt Heisler in Haltern am See

Jule Mantsch und Britt Heisler nach dem gewonnenen Finale in Bocholt

Schwelm, 08.05.2021.  Für seine Nachwuchsarbeit im Bereich Mädchenvolleyball ist Rote Erde Schwelm überregional bekannt, sehr zur Freude von Volleyball-Abteilungsleiter Gereon Duwe. Im Interview spricht Duwe über die Zukunft seines größten Talentes, der 17-jährigen Jule Mantsch, die von Bayer Leverkusen umworben wird. Außerdem verrät er, welche ambitionierten Ziele RE Schwelm langfristig verfolgt.


Der Volleyball-Abteilungsleiter von RE Schwelm über Top-Talent Mantsch und die großen Ziele für die Zukun

Für seine Nachwuchsarbeit im Bereich Mädchenvolleyball ist Rote Erde Schwelm überregional bekannt, sehr zur Freude von Volleyball-Abteilungsleiter Gereon Duwe. Das derzeit größte Talent des Vereins heißt Jule Mantsch. Die 17-Jährige wird im Juli ihr internationales Debüt geben und wird von Bayer Leverkusen umworben.

Im Interview spricht Duwe darüber, ob er einen baldigen Wechsel erwartet, wie die nächsten großen Talente des Vereins heißen, die den Platz von Mantsch in einigen Jahren einnehmen könnten und welche ambitionierten Ziele RE Schwelm langfristig verfolgt.

Gereon Duwe, Ihr größtes Talent Jule Mantsch steht vor ihrem internationalen Debüt. In der Beach-Rangliste belegt sie aktuell Platz 297. Was trauen Sie ihr künftig noch zu?

Duwe: (lacht) Das ist eine gute Frage. Es gibt so viele Faktoren im Sport, die darüber entscheiden, wie gut eine junge Spielerin wird. Meine Meinung ist immer: Harte Arbeit ist wichtiger als Talent. Wenn Jule die Lust nicht verliert und dabeibleibt, dann traue ich ihr eine ganze Menge zu, vielleicht sogar einen Platz in den Top 20 oder Top 10. Aber da reden wir über Dinge, die fünf, sechs Jahre in der Zukunft liegen. Bis dahin kann viel passieren.

Vorerst bekommt Jule Mantsch in Person der Heidelbergerin Annika Berndt eine neue Partnerin im Beach-Nationalteam. Was halten Sie von diesem Gespann?

Ich kenne Annika nicht so gut, aber ich habe gehört, dass sich beide sehr gut verstehen. Es ist gut, dass die Mädels in ihrem Alter mit verschiedenen Partnerinnen spielen. Wenn es dann Richtung Europameisterschaft geht, werden die Karten sicherlich noch einmal neu gemischt. Letztes Jahr hat Jule zusammen mit Kim Prade gespielt, vielleicht werden die beiden auch in Zukunft wieder ein Gespann bilden.

In der kommenden Woche starten die ersten Kadermaßnahmen. Was genau wird dort passieren?

Bisher durften Jule Mantsch und Britt Heissler nur in Kleingruppen trainieren, dazu mussten sie zum Bundesstützpunkt nach Warendorf fahren. Jetzt kann auch offizielles Kadertraining stattfinden. Das haben wir dem engagierten Landestrainer Marc d’Andrea zu verdanken, der sich sehr für die Nachwuchsförderung einsetzt. Bei den Einheiten wird wahrscheinlich an der Technik gefeilt, aber auch Teambuilding betrieben.

Wie sieht es mit der Zukunft von Jule Mantsch aus? Liegt diese noch in Schwelm? Bayer Leverkusen hat sich erneut gemeldet…

Von Jules Vater Rob weiß ich, dass sie sich erst einmal auf die kommenden Kader-Maßnahmen mit dem Beachvolleyball-Nationalteam konzentrieren will. Wir bleiben bei unserem Kurs und üben keinen Druck auf Jule aus. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Sie soll ihrem Sport nachgehen können. Irgendwann wird sie sicherlich eine Entscheidung treffen. Vielleicht spielt sie künftig für ein anderes Erwachsenenteam und in der Jugend weiter bei uns.

Rechnen Sie mit einem baldigen Wechsel?

Wenn sie sich für Leverkusen entscheiden sollte, freue ich mich für sie. Natürlich würde ich mich etwas mehr freuen, wenn sie bleibt. Aber wir müssen so ehrlich sein: Wir können Jule auf unserem Niveau nicht das bieten, was sie braucht. Ihre Kolleginnen aus der Nationalmannschaft spielen schon höher.

Stehen die nächsten großen Talente denn schon bereit?

Ja. Wir arbeiten sehr akribisch im Nachwuchsbereich und haben mehrere aussichtsreiche Talente. Im Fokus stehen dabei sicherlich Laura Achenbach und Lana Andrada aus dem Jahrgang 2006 sowie Aurelia Läms und Lea Finger aus dem Jahrgang 2007. Wir befinden uns in Schwelm noch im Aufbau und sind dabei, die Lücke zu den etablierten Vereinen zu schließen. Durch die Pandemie gab es dabei allerdings Rückschritte. Für uns war es nachteilig, dass wir schon seit November nicht mehr regulär trainieren konnten, während an Landesleistungsstützpunkten schon wieder gearbeitet werden durfte. So ist Schwelm etwas aus dem Fokus geraten.

Befürchten Sie, dass dadurch Talente verloren gehen könnten?

Die Gefahr besteht natürlich. Wir versuchen mit Kleingruppen draußen zu machen, was im Rahmen der Corona-Schutzverordnung möglich ist. In der Halle konnten schon seit November nicht mehr trainieren. Bisher gab es noch keine Abgänge, aber wenn ein Landesleistungsstützpunkt versuchen würde, unsere Talente abzuwerben, wäre das extrem ärgerlich. Es könnte im Volleyball zu einer großen Zweiklassengesellschaft kommen zwischen denen, die trainieren dürfen und denen, die es nicht dürfen.

Für die Zukunft hat der Verein große Ziele. Auf der Vereinshomepage ist zu lesen, dass sie sich langfristig sogar die 3. Liga zutrauen. Wie realistisch ist das?

Wir arbeiten hier im Verein immer mit Fünf-Jahres-Plänen. Den letzten habe wir eingehalten. In den nächsten fünf Jahren halten wir den Aufstieg in die Oberliga für realistisch. In den fünf Jahren danach trauen wir uns die Regionalliga, oder vielleicht sogar die 3. Liga zu. Irgendwann möchten wir wieder dahin, wo unsere Männer vor langer Zeit schon einmal waren.

Was muss passieren, damit das klappt?

Wir müssen an der Basis gut arbeiten und weiter gute Talente ausbilden. Dazu müssen wir den Spielerinnen eine Perspektive bieten, die anfangs auch beinhaltet, über Schwelm den Sprung zu höherklassigen Vereinen zu schaffen. Wir waren in den letzten Jahren eine Durchgangsstation, weil wir nicht die Klassenzugehörigkeit hatten wie andere Vereine. Irgendwann möchten wir diese haben. Bisher haben wir zudem wenige externe Spielerinnen nach Schwelm geholt, auch das müssen wir künftig angehen.

Quelle WAZ-Gruppe WP/WR

Autor: Tim Müller

Printausgabe vom 08.05.2021

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